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 Jeanine Matthews Büro

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BeitragThema: Jeanine Matthews Büro   So Dez 07, 2014 10:34 pm

Büro der Anführerin der Ken, Jeanine Matthews, im Hauptquartier.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 7:47 am

Das obligatorische, geschäftige Gewusel des Hauptkomplexes meiner Fraktion umschwärmte mich, als befände ich mich inmitten eines einzigen, riesigen Ameisenhaufen. Blauer Ameisen wohlgemerkt. Viele, eifrige blaue Ameisen mit größtenteils dicken Brillen. Hörig. Beseelt einzig und alleine von ihren Aufgaben: Lernen, forschen, experimentieren. Und ich war eine von ihnen. Nicht mehr und nicht weniger, wenn auch ohne diesem albernen, dicken Brillengestell auf der Nase, dafür aber - wie jeder hier - mein Tablet unter dem Arm auf dem sich sämtliche Daten, Auswertungen und Prognosen zur jährlich anstehenden Initiation befanden. Kandidaten, die sich meine Fraktion erhoffte zu behalten oder neu hinzuzugewinnen, ebenso wie diese, von denen wir zwar wussten, dass sie sich uns mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anschließen wollten, wir diesen Kandidaten hingegen schlichtweg keinerlei Chancen einräumten auch nur ansatzweise den hohen intellektuellen Leistungsanforderungen der Ken zu entsprechen. Flüchtig streifte mein Blick über die verschiedenen Köpfe und ihre dazugehörigen, blasierten Gesichter, die mir auf meinem Weg durch das große Hauptgebäude begegneten und respektvoll nickten, jedoch gleichzeitig den Anschein erweckten, als wollten sie so schnell als nur irgend möglich aus dem mikroskopisch kleinen Fokus meiner belanglosen Aufmerksamkeit verschwinden. Besser für mich, besser für sie. Es war ein offenes Geheimnis, dass ich nicht gerade sonderlich viel Interesse an sozialen Kontakten hatte. Lediglich an denen, die mir nützlich erschienen oder die, mit denen ich mich intellektuell zumindest auf Augenhöhe befand. Und das waren gegenwärtig - abgesehen von meiner eigenen Familie - überschaubar Wenige.

Mein Weg führte mich also durch die lichtdurchfluteten Gänge direkt hin zu der Frau, die ich - und dem Grunde nach sämtlich alle Ken - bedingungslos respektierte: Jeanine Matthews. Eine Frau mit einem so glasklaren, präzisen Verstand, der unserer Fraktion genau den Status und das Ansehen eingebracht hatte, die die Ken heute in der Gesellschaft innehielten. Ich bewunderte Jeanine dafür. Vielleicht auch aus dem dem Grund heraus, dass sie bisher die Einzige war die meinen Vater in die Schranken weisen konnte und meine Mutter selbst sich ihr gänzlich und bedingungslos untergeordnet hatte, obgleich sie die Hoffnung gehegt hatte - für einen flüchtigen Moment - dass mein Vater einst die Position erhalten würde, die Jeanine so souverän inne hatte. Doch einerlei.
Ich betrat das geräumige, helle Vorzimmer unserer Fraktionsvorsitzenden. Die beiden jungen Assistentinnen links und recht des Raumes erhoben sich von ihren Schreibtischen und wünschten mir einen guten Morgen, das ich lediglich mit einem flachen Nicken erwiderte und mich schnurstracks in Richtung der großen Flügeltür begab. Anstandshalber pochte ich mit meinen Fingerknöcheln kurz und sachte dagegen, lauschte auf das kurz darauf folgende, melodische "Herein" und trat schließlich ein, ein bedeutungsloses Lächeln auf meinen spitzen und von vornehmer Blässe umspielten Gesichtszügen. "Guten Morgen Miss Matthews." begrüßte ich Jeanine und blieb in respektablem Abstand zu ihrem Schreibtisch stehen. Ich ersparte mir jegliche weitere Ausführung, da sie sehr wohl wusste, weswegen ich hier war. Ich sah sie an.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 12:52 pm

Jeanine saß aufrecht an ihrem Schreibtisch und studierte eindringlich die Neuigkeiten des Tages. Es gab eigentlich keinen Tag, an dem nichts über die Untreue oder die fragwürdigen Erziehungsmethoden der Altruan zu lesen war. Nun gut, das lag vermutlich auch daran, dass sie selbst dafür sorgte, dass diese Propaganda stets genug Futter hatte. Sie hatte inzwischen sogar ein wenig Belustigung daran gefunden sich aus den geheimen Informationen ihres Netzwerkes immer neue, ungeheuerliche Gerüchte und Anschuldigungen zurecht zu drehen und sie, natürlich anonym, an den Chicago Newsletter zu schicken. Ein kaltes Lächeln legte sich jetzt über Jeanines makelloses Gesicht, als sie den Artikel über Marcus Eatons Sohn laß ,der als Reaktion auf die Misshandlungen durch seinen Vater bei der Zeremonie der Bestimmung die Fraktion gewechselt hatte. Es gefiel ihr, wie verabscheuungswürdig und brutal man Marcus hier beschrieb. Das passte einfach perfekt in ihren Plan die Fraktionen gegen die Altruanspitze aufzuhetzen.
Als es an der Tür klopfte hob Jeanine in einer eleganten Bewegung den Kopf und sah zur Tür. Auf einem Bildschirm daneben konnte sie sehen, wer vor der Tür stand. Catherine Jade. Ruhig musterte sie den Sitz ihres Kleides, welches ohne Frage in einem Ken typischen dunklen Blau schimmerte und der folgende Blick galt ihren Haaren. Dann rief sie mit ruhiger und kontrollierter Stimme "Herein " und die Tür öffnete sich. Nach einer knappen Begrüßung kamen sie rasch zum eigentlichen Thema. " Wie wird die Zeremonie der Bestimmung dieses Jahr für uns ausfallen, Cate? Ich habe gehört es sind vermutlich einige vielversprechende Initianten dabei?" . Ohne, dass sie es je ausgesprochene hätte, denn Freundlichkeit gehörte eher weniger zu ihren Stärken, musste Jeanine sich immer wieder eingestehen, dass sie das Urteil und die Einsatzbereitschaft ihrer jungen Senior Assistentin sehr schätzte. Catherine gehörte zu den wenigen, deren Intelligenzquotient ihrem eigenen sehr nahe kam. Ob man es glaubte oder nicht, entgegen der allgemeinen Meinung waren nicht annähernd alle Ken so hochbegabt wie sie. Leider, fand Jeanine.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 1:48 pm

Mein flüchtiges Lächeln streifte Jeanine nur knapp als ich mich in einen der bequemen, hellen Stühle vor ihrem Schreibtisch sinken ließ und mir zunächst den Stoff meines dunkelblauen Rockes über den Beinen glatt strich. Dann wandte ich mich dem eigentlichen Grund meines Hierseins zu. Jeanine verlangte meine persönliche Einschätzung zu den neuen Transferkandidaten. Ein Umstand der mir zugegeben durchaus schmeichelte, auch wenn man dafür eher zwischen den Zeilen lesen musste um es letztlich zu begreifen. Doch wie allen unterschwelligen Komplimenten begegnete ich nun auch diesem mit neutraler Professionalität und transferierte stattdessen einige digitale Auszüge aus gut einem Dutzend Personalakten auf die große Projektionsfläche direkt neben Jeanines Schreibtisch. Mein Blick folgte den Daten nach. "In der Tat." begann ich meine Ausührung auf Ihre Frage hin und vergrößerte die Ansicht von zwei Candor, bei denen man sich durchaus verwendbares, intellektuelles Potential erhoffen konnte. "die Beiden hier - beide Candor - wurden vorab recht vielversprechend getestet. Die Übrigen entsprechen einem annehmbaren Durchschnitt." Die Bilder auf der Projektion verschoben sich synchron zu meinen Ausführungen. Hin und wieder erkundigte sich Jeanine nach speziellen Details oder ließ mich an ihren eigenen Gedanken zu meinen Überlegungen teilhaben, die ich mir vorausschauend direkt in die Datenbank auf meinem Tablet einpflegte. Wir besprachen die Fakten gut eine halbe Stunde. Mittlerweile hatte uns eine von den beiden Vorzimmerdamen Tee und kleines Gebäck gebracht. "Zusammenfassend bleibt leider zu sagen, dass unsere Transferrate sich zu letztem Jahr erhöht und die Qualität des zur Verfügung stehenden Materials sich kaum nennenswert verbessert hat. Sofern Sie diese Kandidten, von denen ich ausgehe dass sie sich dennoch für uns entscheiden werden, schneller aus unserer Fraktion entfernt sehen möchten, kann ich sicherlich eine entsprechende Modifizierung der ersten Tests für Sie veranlassen." schloss ich dann meine Ausführungen und nippte zum ersten Mal an der kleinen Porzellantasse bevor ich wieder zu Jeanine blickte und meinte ein kurzes, sinistres Glitzern in ihren blauen Augen zu erkennen als ich ihr diese besondere Option eröffnete. Jeanine tolerierte genausowenig wie ich Inkompetenz und noch weniger Ineffizienz. Subjekte die den hohen Anforderungen nicht gerecht wurden, mussten entfernt werden. Oder für eine anderweitige Verwendung herangezogen werden. Sicherlich für Viele eine verabscheuungswürdige, unmoralische Haltung. Doch Moral hatte in diesem System schon lange nichts mehr verloren. Genausowenig wie für die Gesellschaft nutzlose Individuen. Und ich teilte Jeanines radikalen Pragmatismus in dieser Hinsicht.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 3:07 pm

Interessiert und aufmerksam verfolgte Jeanine die Ausführungen ihrer Senior Assistentin. Wie immer war Catherine explizit auf jedes Detail vorbereitet und kannte die Akten vermutlich besser,  als der jenige der die Informationen für sie zusammentragen hatte müssen. Es beruhigte sie selbst ein wenig,  dass also noch nicht alle,  einst geehrten Werte in dieser Fraktion verloren gegangen war. Ihr war aufgefallen,  dass seit einiger Zeit,  die Motivation vieler nachgelassen hatte und das ließ bei Jeanine alle Alarmglocken schrillen. Sie würde um keinen Preis zulassen, dass diese Fraktion,  die eindeutig die bedeutendste war,  ihren fehlerlosen Ruf verlor. Die Ken waren stets konzentriert, fokussiert und diszipliniert. Das hatten sie alle bei der Initiation geschworen.
Ein berechnendes Lächeln glitt über Jeanines,  sonst vollkommen regungslose,  Gesichtszüge, als Cate anbot,  den Test so zu manipulieren, dass sämtliche absolut ungeeigneten Subjekte von der Überlegung zu den Ken zu wechseln abgehalten wurden. Der Vorschlag war ziemlich verlockend, denn nichts war schlimmere Zeitverschwendung,  als sich bei der Initiation mit katastrophaler Inkompetenz ,  Naivität und fehlendem Verantwortungsgefühl herumärgern zu müssen. Das brachte jedes Jahr nichts als sinnlose Diskussionen und Geldverschwendung. Natürlich hätte keine der anderen Fraktionen je dieser 'Initianten Politik ' zugestimmt, denn alle anderen sahen schließlich immer nur bis zum Tellerrand und nie darüber hinaus. Das lag zweifellos an ihren fehlenden geistigen Kompetenzen und dem nicht vorhandenen Wunsch nach Wissen. Noch nie hatte Jeanine verstanden warum man freiwillig auf Wissen verzichten könnte. Wissen war Macht. Und Macht brachte Ansehen.
"Nun,  ich würde sagen diese Idee könnte für uns äußerst rentabel sein. Wir würden uns zweifellos zahlreiche finanzielle Ausgaben sparen,  wenn wir von vornherein möglichst ausschließen,  dass unsere Transfer-Initanten durch die Initiation fallen. Andererseits sollten wir uns dieses Jahr hauptsächlich auf die Kooperation mit den Ferox konzentrieren. Es darf nichts schief gehen ,  das ist von oberster Priorität. Haben wir genug qualifizierte Leute, um beide Aufgaben fehlerfrei lösen zu können? "
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 4:07 pm

Die Kooperation mit den Ferox. Jeanine kannte meine Ansichten zu diesem militantem Haufen vandalierender Neandertaler. Der Umstand dass sie selbst einst einige bedeutende Persönlichkeiten aus unserer eigenen Fraktion gezielt bei diesen Barbaren platziert hatte, tat meiner Meinung über diese Fraktion keinerlei Abbruch. Diese Kooperation konnte unter Umständen auch mehr Schaden anrichten als uns effektiven Nutzen bringen. Nur tat meine persönliche Einschätzung hier gerade gar nichts zur Sache. Es war Jeanines Überzeugung, und dieser vertraute ich bedingungslos. Immerhin wäre es ihre eigene Fraktion, die einen immensen Vorteil daraus schlagen würde. Eher würden wir uns Beide wohl die Hand abhacken als einen Fehlschlag hinzunehmen. Und dennoch. "Personell wird es schwierig, da wir uns die zur Verfügung stehenden Kapazitäten restlos ausnutzen müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mögliche Ausfälle unerwünschte Komplikationen mit sich bringen werden." Ich schluckte einmal kurz um in diesem Atemzug auf einen weiteren Aspekt zu sprechen zu kommen. "Zumal wir gerade bei den Ferox mit einem - wenn auch geringen - Teil von inkompatiblen Unbestimmten rechnen müssen. Ich war so frei Eric in dieser Sache freie Hand zu lassen." fast beiläufig deaktiviere ich das Tablet auf meinem Schoß und die Projektion an der Wand erlischt wieder. Eine letzte Sache hatte ich noch anzusprechen. Eine, die ich mir bewusst bis ganz zum Schluss aufgehoben hatte. "Mein Bruder, Cedric bat mich darüber hinaus, Sie darüber zu informieren, dass wir den Trägerstoff und die Mikrokontollimplantate signifikant verbessern konnten. Die Mortalitätsrate liegt bei nunmehr Zwei von Zehn und er lädt Sie ein sich von der modifizierten Wirkungsweise jederzeit selbst zu überzeugen." Cedric wollte nach seinem missglückten Fehlschlag unnatürlich glänzen. Ich war sogar überzeugt davon gewesen, dass mein ältester Bruder eine ganze Woche unaufhörlich hindurch gearbeitet hatte - von seinem Personal ganz zu schweigen - um die Legierung unserer Mikroimplantate zu verbessern und eine toxische Oxidation bei Kontakt mit organischem Gewebe zu verhindern. Unzählige Fraktionslose sind uns dabei nahezu faktisch unter den Händen hinweggestorben. Doch das eigentlich Fatale daran war, eine plausible Erklärung für das massenhafte Verschwinden dieser Leute zu finden. Eine plausible Erklärung, die wir letztlich alleine Jeanines Scharfsinn zu verdanken hatten. Diesen Fehlschlag jedoch und die Konsequenzen würde Cedric so schnell nicht wieder vergessen. Und ich auch nicht.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   So März 13, 2016 5:03 pm

Jeanine nickte nachdenklich " Ein berechtigter Einwand. Ich werde veranlassen, dass dieses Jahr besonders starke Kontrollen nach Unbestimmten Abtrünnigen ausgeführt werden. Um keinen Preis möchte ich erleben, wie sich eine Bande dieser fraktionsuntreuen Verrückten zusammenschließt und womöglich rebelliert. Wir müssen diese Gefahr klein halten, denn der Krieg gegen die Altruan fordert uns bereits einiges ab." Sie wandte sich herum und sah kurz aus dem Fenster bevor sie auf das zweite Thema zu sprechen kam. Es war ein herber Rückschlag für die Fraktion gewesen, als die angeordneten Implantate nicht die gewünschte Kontrolle über den Geist der Testsubjekte gebracht hatte, sondern sie reihenweise verstarben und mit ihren dreckigen Überresten den glänzend sauberen Boden im Versuchsraum beschmutzt hatten. Es war eine anstrengende Tortur gewesen, die Leichen und deren Existenz aus den Köpfen anderer dreckiger Fraktionsloser verschwinden zu lassen. Am Ende hatte Jeanine die radikale Verminderung der Zahl an Frakrionslosen für die anderen Fraktionen mit einem tödlichen Virus erklärt, der durch Ratten übertragen wurde. Niemand hatte es angezweifelt, denn keiner wollte sich womöglich noch selbst infizieren, wenn er die Fraktionslosen eigenmächtig befragte. In den folgenden Wochen war es dann ruhig geblieben und die Arbeit an den Implantaten war fortgesetz wurden.
Jeanine spitzte in einem Anflug von Verachtung, für das Versagen von Catherines Bruder und dessen Team, kurz die Lippen und sah mit überlegem Blick zuerst Catherine selbst und dann ihren Terminplan an. " In Ordnung. Ich möchte aber für Cedric hoffen, dass es diesmal nicht wieder so eine Katastrophe gibt. Nicht, dass mich die verlausten Fraktionslosen kümmern würden, aber so etwas schädigt den Ruf der Ken und den eurer Familie schwer. Du möchtest doch nicht... " Sie fixierte Catherine genau "... für die Unfähigkeit deines Bruders mit deinem Posten bezahlen, oder? " Jeanines Augen glühten jetzt in arroganter Genugtuung und sie lächelte überlegen.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   Sa März 26, 2016 8:54 pm

Meine Finger schlossen sich bei Jeanines Worten unbewusst etwas fester um den kantigen Rand meines Tablets. Mein Blick wurde für den Bruchteil einer Sekunde schmal. Abschätzend versuchte ich in der, wie aus Porzellan gemeißelten Mimik von Jeanine zu lesen, doch wie immer blieb dieser Versuch - das Wesen dieser Frau begreifen zu wollen - frustrierend ergebnislos. Würde sie mich tatsächlich für die Unzulänglichkeit meines Bruders büßen lassen? Oder war das am Ende nur berechnendes Kalkül. Wenn ja, fragte ich mich, warum? Was sollte es dem Projekt und ihr persönlich bringen, würde sie mich anstelle von Cedric zur Rechenschaft ziehen. Sicherlich würde mein Bruder ebenso darunter leiden, nur trotzigerweise fast weigerte ich mich schlichtweg dagegen, diese Gegebenheit akzeptieren zu wollen und kam lediglich zu dem äußerst resignierten Schluss, dass Jeanine diesbezüglich wohl einfach eiskalt und kompromisslos war. Subjekte, die nicht in ihr strikt determiniertes Weltbild passten wurden rigoros eliminiert. Wie ein Geschwür. Und sollte sich Cedric als solches erweisen, musste er nach ihrer Façon ausgemerzt werden. Mit allem das dazugehörte. Und das schloss mich wohl unweigerlich ein.
Ich stieß daraufhin ein leises, äußerst beherrschtes Seufzen aus. Jeanine war gegen die unumstrittene Kühle meiner eigenen Familie regelrecht ewiges Eis. "Nein" Ich deutete ein sachtes Kopfschütteln an. "Natürlich nicht." gab ich schließlich nach. Gewiss hätte eine andere Cathereine ihr zu diesem Thema etwas gänzlich anderes zu erzählen, doch die, die nun vor ihr saß, schluckte ihre unterschwelligen Groll über diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit einfach hinunter und behielt ihre tatsächliche Meinung darüber einfach für sich selbst. Wie immer.
Um diesen unangenehmen Moment endlich zu beenden, strich ich mir den Stoff meines Rockes glatt und stand schließlich auf. "Ein derartiger Fehlschlag wird nicht noch einmal passieren, dafür garantiere ich. Persönlich." meinte ich daraufhin und schickte mich an Jeanines Büro zu verlassen, hielt bei der Tür jedoch inne um ihr wie üblich den Vortritt zu lassen. "Ich war selbst an der Modifizierung und grundlegenden Neukalibrierung der entsprechenden Parameter beteiligt." Ich deutete Jeanine ein flüchtiges Nicken an. "Sie werden diesmal zufrieden sein. Falls nicht" und mein Blick fokussierte sich dabei auf Jeanines kalte Iris. "werde ich selbst von meiner Position zurücktreten."
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   Mo März 28, 2016 5:40 pm

Jeanine verzog keine Miene, aber innerlich sah sie es wieder einmal als Sieg an, dass selbst die Kinder alteingesessener fraktionstreuer Familien unter ihrer eigenen Kälte und Manipulation nachgaben. Kontrolliert verschränkte sie jetzt die Arme und trat dann an Catherine vorbei hinaus auf den Flur. Ihr Blick scannte für einen Moment den Gang, bevor sie sich wieder zu Catherine herum drehte " Ich hoffe eurem Vater hat den Niederschlag deines Bruders nicht allzu sehr zugesetzt. Es wäre doch wirklich schade um seine Leistungen " . Jeanine wusste, dass sie damit einen wunden Punkt traf, denn seit dem Wettkampf um die Führung der Ken hatte sich einiges getan. Obwohl keiner der beiden es zugeben würde war das Verhältnis zwischen Hadrian Jade und ihr selbst reichlich wortkarg geworden, vermutlich weil Jeanine eher selten eine Gelegenheit ausließ ihm gegenüber ein wenig zu prahlen. Und sei es nur mit der Tatsache, dass auf ihrer eigenen Identifikationscard, die sie nebenbei nur aus Eitel trug, die Worte 'Anführerin der Ken Fraktion " deutlich sichtbar waren. Es erfüllte sie mit Genugtuung zu wissen, dass sie die Siegerin gewesen war. " Nun gut, dann sollten wir uns jetzt hinab begeben, ich habe später noch einen Termin " fuhr sie fort und deutete mit einem Kopfnicken zur Treppe.
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BeitragThema: Re: Jeanine Matthews Büro   Mo März 28, 2016 8:53 pm

In Momenten wie diesen verstand ich einfach die Welt nicht mehr und frage mich was ich dieser Frau eigentlich getan hatte. Oder vielmehr, was meine Familie ihr getan hatte, dass sie mich derartig verbal dafür abstrafte. Nun gut, dass mein Vater und sie sich seit ihrem kleinen Wahlkampf nicht sonderlich gut leiden konnten war ein lediglich logischer Schluss, den Hadrian sich zudem auch selbst zuzuschreiben hatte. Jeanine hatte es einfach besser verstanden, den Großteil der Ken für sich zu vereinnahmen während Hadrian es vorgezogen hatte eine Doktrin zu propagieren, die Jeanine im Grunde mindestens genauso radikal wie er durchsetzte, nur die Wahrheit wollte bekanntlich niemand hören. Und wenn mein Vater an diesem Tag wohl eines gelernt hatte, dann dass auf dem politischen Parkett Wahrheit absolut nichts verloren hatte. Und diesen Fehler - vermutlich der einzig Gravierende in seinem ganzen Leben - hatte ihm politisch in dieser Fraktion faktisch das Genick gebrochen. Eine Frau hatte ihm den Rang abgelaufen und rieb mir nun seinen offenkundigen Misserfolg ohne mit der Wimper zu zucken unter die Nase. Was sollte ich davon halten. Vorallem, was sollte ich damit anfangen? Wie sollte ich reagieren auf etwas das nicht einmal indirekt etwas mit mir zu tun hatte?

Ich sträubte mich regelrecht dagegen. Nicht weil Jeanine damit an der uneingeschränkten Souveränität meiner Familie kratze, sondern schlicht und ergreifend weil ich es rein logisch betrachtet nicht mit mir vereinbaren konnte auf die Unzulänglichkeiten anderer angesprochen und kritisiert zu werden, auf die ich nicht den geringsten Einfluss hatte. Gleichzeitig fragte ich mich, ob Jeanine sich darüber im Klaren war, dass derartig giftige Anfeindungen - wie sie sie sicherlich nicht nur bei mir praktizierte - durchaus demotivierend sein und die Loyalität ihr gegenüber gegebenenfalls ebenso nachhaltig schmälern konnten. Eine soziologische Katastrophe, wenn man es so wollte, da Jeanine Loyalität und Linientreue über alles stellte. Besonders ihrer Person gegenüber. Dass sie sich damit früher oder später ihr eigenes Grab schaufelte, lag also unumstritten auf der Hand. Wer buckelte schon gerne permanent vor einer derart opportunistischen Person, die von ihrer eigenen Fraktion auch genauso gut wieder fallen gelassen werden konnte, wie sie ihr auf ihren Thron verholfen hatten.
Just als sich dieser Gedanke hinter meiner Stirn manifestierte, bildete sich gleichzeitig ein unangenehm drückender Klumpen in meiner Magengegend. Jeanine glaubte nicht daran, dass ihr auch nur ansatzweise jemand das Wasser reichen, geschweige denn ihr noch ihre Position streitig machen konnte. Und warum glaubte sie das? Weil wir früher oder später die Funktionalität einer Technologie derartig verbessert hätten, dass wir alle zu willenlosen Drohnen degeneriert wurden, denen sie Loyalität faktisch einprogrammieren konnte. Wollte sie das etwa wirklich? Auch für ihre eigenen Leute? Schloss das mich mit ein?

"Ich werde Cedric dazu veranlassen die Präsentation möglichst kurz zu halten." meinte ich schließlich knapp ohne einen Bezug zu ihrer vorangegangen Stichelei herzustellen und folgte ihr lediglich durch die weitläufigen Gänge der Administrationsabteilung hin zu den Fahrstühlen. Das stete, asynchrone 'Klack-Klack' unserer Schritte hallte dabei von den tristen, sterilen Wänden. Die ganze Fahrt über, hinunter in die Katakomben unserer Laborsektion zog ich es vor zu schweigen. Jeanine mochte es als Unmut deuten, ich hingegen befand es für die einzig richtige Reaktion, da egal was ich ihr hätte sagen oder erwidern können, es ohnehin das Falsche gewesen wäre. Als sich die Fahrstuhltüren kurz darauf wieder öffneten kam uns auch schon mein Bruder mit wehendem Laborkittel entgegen geeilt. "Miss Matthews. Cate. Gut dass ihr es so schnell einrichten konntet, wir haben bereits alles vorbereitet."

TBC: Die Labore
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